IRONMAN 70.3 Monterrey | DNF

Hallo zusammen!

Es sind nun ein paar Stunden nach meinem Rennausstieg vergangen und ich habe endlich die Zeit gefunden einige Zeilen darüber zu schreiben. Aber dazu möchte ich gerne ein wenig ausholen:

Nach dem guten Finish in Dubai beschlossen mein Trainer und ich die gute Form auszunutzen und so früh es geht ein weiteres Rennen zu bestreiten anstatt sich 8 Wochen in eine reine Trainingsphase zu verziehen. So kam der Entschluss zustande in Mexiko anzutreten. Außerdem wurde für eine Mitteldistanz ein verhältnismäßig hohes Preigeld ausgeschrieben (60.000 USD) was für mich als Profi auch lukrativ ist. Gesagt getan - ich konnte mich noch kurzfristig anmelden und buchte die Flüge. 

Leider deutete sich in der Woche nach Dubai zuerst ein leichtes Halskratzen an was aber relativ schnell in Halsschmerzen umschlug und vier Tage trainingsfrei bedeuteten. Den Flug nach Monterrey konnte ich mit Halstabletten und sehr viel heißem Tee halbwegs überstehen. In den Tagen zum Wettkampf versuchte ich mich nur noch locker zu bewegen und so stieg die Hoffnung, dass ich für das Rennen doch noch die Kurve kriegen könnte. Zumindestens war ich noch nie so gut ausgeruht. 

In der Nacht vor dem Start hatte ich dann Hitzewallungen und Schweißausbrüche, fühlte mich aber erstaunlicherweise am frühen Morgen doch ganz ordentlich. Für mich war es auch nicht weiter tragisch, da ich schon in der Vergangenheit stressbedingt in der Nacht vor einem Rennen öfters mal schweißgebadet aufwache.

Zum Wettkampf gibt es dann gar nicht mehr so viel zu erzählen: Schon beim Schwimmen durch den 1,9km langen und künstlich angelegten Kanal im Park Fundidora war ich schon nicht mehr Herr meiner Kräfte. Ich konnte in keinsterweise irgendwie im Getümmel dagegenhalten und war völlig platt. Auf dem Rad circa an Position 12 liegend, mit einer Minute Rückstand auf die Spitze, konnte ich kaum in die Pedale treten und auch mein Wattmesser zeigte mir deutlich auf, dass etwas nicht mit mir stimmte. Irgendwie versuchte ich eine Zeit lang die Spannung aufrecht zu erhalten aber ich hatte Mühe über 280 Watt zu treten. So wurde ich nach und nach durchgereicht und ich merkte auch, dass es mir gesundheitlich einfach nicht mehr gut ging. So beschloss ich die Reißleine zu ziehen, kein weiteres Risko einzugehen und beendete den Wettkampf vorzeitig nach der ersten Radrunde. 

Die Entäuschung sitzt noch tief aber morgen fliege ich zurück nach Deutschland und werde mich ersteinmal richtig auskurieren! Gewonnen hat übrigens der Vorjahressieger Tim Don vor Kevin Collington aus den USA und dem Mexikaner Mauricio Mendez Cruz. Herzlichen Glückwunsch!

Viele Grüße

Euer Horst

 




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